Atmen für Fortgeschrittene
In seinem Buch Nur in Deinem Kopf schreibt Arvid Leyh, dass, wer richtig atmen kann, keine andere Technik oder Gerätschaft braucht. Denn Atmen ist einer der Schlüssel zum Glück.
Nichts wirkt schneller und entspannender auf den Körper, als die richtige Atmung. Schon bei einigen bewusst-ruhigen Atemzügen schaltet der Körper von Aktion auf Entspannung. Ob in Yoga oder Kampfsport, wann immer es um den Kopf geht, geht es auch um Atmung. Auch Julius Cäsar hielt zehn Sekunden den Atem an, bevor er auf Kritik reagierte.
Der Grund liegt möglicherweise darin, dass mit der bewussten Atmung das Gefühl für eigene Körperfunktionen und -prozesse steigt. Da wir normalerweise unserer Atmung nicht bewusst sind, merken wir nicht, wie sehr sich unsere heutige Atmung von der unserer Kindheit unterscheidet. Fehlhaltungen vor Schreibtisch und Computer engen den Atemraum ein und führen zu verflachtem Atmen mit einem hohen Anteil verbrauchter Luft im Körper.
Als Folge ist der Anteil an Sauerstoff im Blut ungenügend, und damit auch in Gewebe und Organen. Das schlägt nicht nur auf Zellstoffwechsel und Immunabwehr, sondern auch auf Versorgung und Leistungsbereitschaft des Gehirns.
Uns erscheint der heutige Zustand natürlich, aber das ist es nicht. Sogar der Drang nach einer Zigarette entstammt manchmal einfach nur dem Bedürfnis, tief durchzuatmen.
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Atemtechniken
Es gibt zahlreiche Atemtechniken, aber besonders sinnvoll ist die Bauchatmung: Wölben Sie beim tiefen - noch tiefer! - und langsamen Einatmen den Bauch nach außen, und ziehen Sie ihn beim Ausatmen wieder ein. Sie werden feststellen, dass Sie sofort viel ruhiger werden.
Sollte es Ihnen abends im Bett zu kalt sein, machen Sie genau die Übung verstärkt. Als Nebeneffekt massieren Sie Ihre Organe.
Der Trick beim Atmen besteht immer darin, sich währenddessen darauf zu konzentrieren. Das bringt Ihren Geist sofort von den Orten, an denen er sich gerade rumtrieb zurück in den Körper und fokussiert Sie auf sich selbst.
Wenn Sie möchten, können Sie die Atmung mit bestimmten Visualisierungsübungen kombinieren, in dem Sie zum Beispiel Farben einatmen.
Eine sehr gute Technik für das Herz besteht in einer langsamen Atmung mit Betonung auf die Ausatmung. Halten Sie dann für einige Sekunden den Atem an, bevor der Atem von selbst wieder einsetzt. Wenige Minuten mit dieser Atmung unterstützen die Herzkoheränz, was diese Atmung wahrscheinlich zu einer der besten schlechthin macht.
Ein sehr gutes Trainingsfeld ist der Spaziergang mit dieser alten Technik: Vier Schritte ein, vier Schritte halten, acht Schritte aus, vier Schritte halten. Je nachdem, wie fit Sie sind, können Sie die Zahlen bei gleichem Verhältnis erhöhen.
Atmen hört sich vergleichsweise einfach an und tatsächlich ist es das auch. Die Schwierigkeit besteht im Tun - und das regelmäßig. Je mehr Sie damit arbeiten, um so besser werden die Ergebnisse. Nicht umsonst sagen die Indianer:
breath is the horse
mind is the rider
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