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Audio-Visuelle Stimulation

Unter allen Möglichkeiten, dem Gehirn bestimmte Frequenzen anzubieten, ist die audio-visuelle Stimulation wohl die unterhaltsamste - da das Gehirn immer nach einem sinnvollen Inhalt sucht, erleben viele Benutzer innere Bilder, Farben, Formen oder Muster.

Die Technik von Licht & Ton wurde bereits von den alten Griechen angewandt. Damals war es ein Rad und die Sonne, die je nach Drehgeschwindigkeit in unterschiedlichen Frequenzen durch die Speichen fiel. Heute nutzen wir einen Kopfhörer und eine Brille, versehen mit Leuchtdioden, sowie ein Steuergerät.

Diese sogenannten Mind Machines verfügen über installierte Programme - bestimmte Frequenzverläufe - die den Benutzer aus dem Alltagsbewusstsein abholen und den gewünschten Zustand unterstützen.

 

Der Hintergrund

Bestimmte Gehirnfrequenzen charakterisieren Bewusstseinszustände wie Schlaf, Meditation, Entspannung oder Konzentration, die sich am EEG beobachten lassen. Neurotechnologien nutzen dieses Prinzip und machen eigentlich nur eines: Sie bieten dem Gehirn die Frequenzen an und dieses hat die Tendenz, sich darauf einzuschwingen. Dieses Prinzip nennt sich Frequenz-Folge-Reaktion und lässt sich sehr vereinfacht so darstellen:

Wenn die LEDs der Brille zehn mal pro Sekunde blinken und aus dem Kopfhörer der entsprechende Ton zu hören ist, kann sich das Gehirn relativ rasch auf diese Frequenz einstimmen - mit dem Effekt, dass der Benutzer sich entspannt. Vergelichbares gilt für Meditation, Höchstleistung und gesteigerte Aufmerksamkeit.

Das funktioniert allerdings - oder glücklicherweise - nicht auf Knopfdruck. Es bedarf einer regelmässigen Anwendung, wie jedes andere Training auch.

 

Mögliche Effekte

Bereits auf der körperlichen Ebene geschieht einiges: Dr. Norman Shealy, ein Neurologe mit eigenem Institut in Springfield, Missouri, hat die Level verschiedener Hormone und Neurochemikalien vor und direkt nach einer zehnminütigen Session mit optisch-akustischen Geräten gemessen. Er fand einen signifikanten Anstieg - mehr als 25% - bei DHEA (ein Wachstumshormon, das in Amerika zur Erhaltung der Gesundheit sehr verbreitet in Pillen gepresst konsumiert wird), Serotonin, Dopamin und einigen anderen.

Auf der geistigen Ebene gewöhnt sich das Gehirn mit der Zeit an den stimulierten Zustand und lernt, ihn auch ohne Gerät zu erreichen - der Trainingseffekt. Im Alphabereich geht dies relativ schnell, für tiefere oder höhere Zustände dauert es - je nach “Vorbildung” - deutlich länger. Es kann jedoch durchaus sein, dass ein vorher permanent gestresster Benutzer nun auch im Alltag nur einige Atemzüge braucht, um sich entspannt und mit mehr Überblick durch sein Leben bewegt.

Waren bisher primär die Bereiche Meditation, Entspannung und Konzentration interessant, gibt es inzwischen spannende Untersuchungen zum Thema Aktivierung und Wahrnehmung. Denn mit zunehmendem Wissen über die Funktionsweisen des Gehirns lernen wir, dass die Wahrnehmung im Hintergrund durch 40 Hz-Wellen codiert wird. Das ist nicht nur spannend für Autofahrer, sondern vor allem für Menschen, deren Aufmerksamkeit nicht die beste ist. Tatsächlich existiert eine vielversprechende Studie mit dem MindSpa und Kinder mit ADD.

Auf der Homepage von Professor Tönnies steht unter dem Menüpunkt Ohrwurm ganz unten ein pdf-Artikel über AVS und Tinitus zum Download (Entspannung für Tinnitusbetroffene durch Photostimulation), der auch sonst einen sehr schönen Überblick bietet.

 

Das Erleben

Häufig berichten regelmäßige Benutzer von einem einsatzfreudigeren Gedächtnis und/oder verbessertem Vorstellungsvermögen und einer klareren Aufmerksamkeit. Das sind mögliche Langzeiteffekte, in der persönlichen Session passieren ganz andere Dinge:

Über die optische Stimulation entstehen häufig innere Bilder - ein Prozess, der zwar von den Erlebnissen vor der Session abhängt (Uhrzeit, Fernsehkonsum ...), der aber über die Zeit immer stärker werden kann.

Das lässt sich natürlich im mentalen Training nutzen - auch wenn innere Bilder von jedem Menschen anders wahrgenommen werden -, hilft aber tatsächlich und am meisten dem Gedächtnis. Denn wie schon Aristoteles wusste: Die Seele denkt nie ohne ein Bild...

Es hat sich als sinnvoll - wenn auch nicht zwingend - erwiesen, bereits bekannte Techniken wie autogenes Training mit der Stimulation zu verbinden - beide Methoden verstärken sich gegenseitig.

Besonders interessant ist das mögliche Auftauchen von Kindheitserinnerungen in besonders tiefen Programmen. Das seinen Grund, denn viele unserer Erinnerungen werden im Thetabereich gespeichert, und durch die Stimulation ist der Weg zum damaligen Geschehen entsprechend kurz.

Häufig geht die Benutzung von Licht und Ton auch mit einer stabileren Gemütslage einher. Das liegt nicht zuletzt daran, dass in depressiven Phasen der rechte Frontallappen - also direkt hinter der Stirn - etwas zu aktiv wird. Optimistische Zustände finden ihren Ursprung dagegen eher im linken Stirnhirn. Eine beidseitige Stimulation gleicht die Aktivität der beiden an.

Gleichzeitig können und wollen wir all dies nicht versprechen. Skeptiker erleben tendenziell weniger, Menschen mit einer “Allergie” dem Thema gegenüber erleben meist gar nichts. Und das ist auch gut, denn in diesen Fällen wird die Session zur Manipulation.

Wer aber bewusst und regelmässig seine Session macht, wird dagegen ganz anderes erleben: Meist ruhiger werden und konzentrierter, sich für neue Themen interessieren. Schlussendlich sind die meisten Programme der Neurotechnologien auch nur Meditation mit anderen Mitteln.

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