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AHA!

Wenn Sie lernen, füllen Sie Ihren Geist. Sind Sie kreativ, holen Sie etwas heraus. Sie fügen zwei Informationen zusammen, die vorher nichts miteinander gemein hatten (ein Stock und eine Banane) und finden eine ungewöhnliche Lösung für ein bekanntes Problem.

Auch Kreativität ist nicht ungewöhnlich. In einer Debatte mit Ihrem Partner finden Sie häufig neue und ungewöhnliche Argumentationsketten. Erklären Sie Ihren Kindern die binomischen Formeln, wird es schon anstrengender, denn die Motivation ist geringer. Geht es um die Entwicklung einer neuen Marketingkampagne, steigt die Herausforderung richtig.

Kreativität hat einen Nachteil: sie ist schwer zu greifen. Häufig sind wir dann am kreativsten, wenn wir es gar nicht brauchen können. Abends vor dem Einschlafen zum Beispiel.

Das hat seinen Grund, denn neurologisch gesehen findet Kreativität im Thetabereich statt, in dem Bereich, den wir nur in ganz tiefen Zuständen erreichen, wenn das Alltagsbewusstsein sich zur Seite dreht und seine Ruhe haben will.

Was auf den ersten Blick wie ein Nachteil wirkt, hat auf den zweiten doch einige Vorteile. Voraussetzung sind allerdings harte Arbeit und ein spielerischer Zugang.

Strukturloses strukturieren

Eine Methode des kreativen Denkens hat sich als sehr praktikabel herauskristallisiert. Sie funktioniert in vier Stufen:

1. Vorbereitung: Hier können Sie Ihren linkshirnigen Tendenzen freien Lauf lassen: Beschäftigen Sie sich mit dem Problem, von vorne, von hinten, von jeder möglichen und unmöglichen Seite und graben Sie sich so tief wie möglich ein. Dieser Prozess kann durchaus Wochen dauern und er besteht aus harter Arbeit.

2. Inkubation: Ähnlich wie ein Virus in Ihnen arbeitet, lassen Sie im nächsten Schritt Ihr Problem in Ihnen arbeiten. Dies ist der angenehme Teil: Kümmern Sie sich um nichts, machen Sie sich keine Gedanken...

3. Erleuchtung: Jetzt wird es spannend. Mitten in der Nacht, in der Bahn, im Auto, beim Spazierengehen - das bestmögliche Szenario für kreative Prozesse -, irgendwo bei einer Tätigkeit, die für die tatsächliche Arbeit völlig irrelevant ist, kann sich eine Lösung aus Ihrem Unbewussten schwingen.

4. Verifikation: Willkommen in der wirklichen Welt: Jetzt müssen Sie Ihre Antwort noch auf den Zusammenhang mit der Frage abklopfen.

 

Futter für den Geist

Wie schon gesagt: Am kreativsten sind wir, wenn wir gar nicht da sind. Zumindest nicht bewusst. Daher lohnt es sich, dem Geist viel Freiraum zu lassen. Gleichzeitig braucht er alle Informationen, die Sie kriegen können, um schlussendlich eine neue Idee zu entwickeln.

Hier sind auch Informationen interessant, die auf den ersten Blick nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun haben. Je umfangreicher also Ihre Interessen, um so kreativer werden Sie - fast automatisch.

Zugegeben, der Prozess ist idealisiert. Gleichzeitig lässt er sich tatsächlich trainieren: Je häufiger Sie ihn durchlaufen, umso einfacher kommen die Antworten. Spielen Sie mit der Technik, aber setzen Sie sich nicht unter Druck. Denn wenn Sie im Stress sind, beschäftigt sich Ihr Geist zwangsläufig mit dem Stressor, nicht aber mit der Lösung.

 

 

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