Stress im Körper

Stress und Entspannung - oder, wertfreier: Anspannung und Entspannung - basieren auf mehreren Regelkreisen. Einer davon sitzt natürlich im Gehirn: Ein feines Wechselspiel chemischer Botenstoffe, die an einer Stelle ausgeschüttet werden, um an einer anderen ein Signal auszulösen, das weitere Botenstoffe ausschüttet, die regulierend im Körper tätig werden.

In weiteren Systemen werden auch im Körper Hormone ausgeschüttet, im Herzen beispielsweise - in einer Art Selbstmotivation bei Hochlast - Adrenalin, oder Noradrenalin zur Kontrolle des Blutdrucks. Übrigens wird hier auch das Liebeshormon Oxytozin wird hier produziert.

 

Stress

Obwohl Stress mit seinen mannigfaltigen Folgeerscheinungen die Todesursache Nr. 1 in den Industriestaaten ist, ist das Prinzip im Grunde nicht schlecht.

Denn Stress ist die Reaktion der Evolution, uns in bedrohlichen Situationen mit einem Höchstmass an Energie auszustatten - unsere Reaktion und unsere Geschwindigkeit steigen rapide an. Das zumindest war der Plan. Allerdings finden inzwischen die meisten unserer lebensbedrohlichen Situationen am Telefon, am Computer oder im Meeting statt. Wir rennen selten davon und schlagen hoffentlich kaum noch zu.

Das wissen wir, aber unser Körper und unsere Gefühlswelt weiß das nicht. Daher lohnt es sich, nach einer Stresssituation körperlichen Ausgleich zu suchen, und den Adrenalinwert wieder abzubauen.

Stress tritt in mehreren Formen auf: Als Eu-Stress, der eigentlich Spaß macht und als Di-Stress, der überhaupt keinen Spaß macht. Beide können akut auftreten, oder im schlimmsten Fall chronisch werden.

Unabhängig von der Art des Stresses: immer sollten Sie auf den entsprechenden Ausgleich achten - denn zu viel Stress schlägt erst aufs Gemüt und dann auf den Körper. Und das hat Folgen...


Immunsystem

Es gibt einen engen Zusammenhang zwischen Geist und Gesundheit - immer wieder schön dokumentiert durch verschiedene Placeboversuche. Diese “Medikamente” - die keinerlei medizinisch wirksamen Stoffe außer dem Glauben enthalten - schlagen je nach Untersuchung bei 30 bis 60 Prozent der Versuchspersonen an.

Der Zusammenhang zwischen Gemütszustand und Immunsystem ist sogar noch direkter: Wann immer Sie sich ärgern - unter Stress stehen - werden bestimmte Stoffe ausgeschüttet, die Ihr Immunsystem ausbremsen. Auch der Umkehrschluss stimmt: Mit zehn Minuten Lachen laden Sie Ihr Immunsystem für sechs Stunden auf. Lachen ist also doch gesund.

Das bedeutet jetzt nicht, dass Sie automatisch krank werden, wenn Sie Ihre Steuererklärung ansteht - aber die Wahrscheinlichkeit steigt mit zunehmendem Stress ohne Ausgleich. Achten Sie also darauf, Phasen von großem Stress mit der entsprechenden Entspannung auszugleichen.

Auf der anderen Seite: Der Körper holt sich, was er braucht. Und wenn Sie tatsächlich eine Grippe bekommen, haben Sie immerhin gemütlich Zeit um zu lesen.

 

 

Erste Hilfe

Die Schwierigkeit in stressigen Situationen ist die, dass man selbst als letzter darauf kommt, sich zu entspannen. Die einzige Chance aus diesem Kreis ist regelmäßiges Üben - je öfter Sie sich kurz entspannen, umso eher wandert diese Option in Ihren persönlichen Werkzeugkasten - und umso öfter greifen Sie darauf zurück. Hier einige Kurzentspannungsübungen:

  • Zählen Sie Ihre Atemzüge und stellen Sie sich die entsprechenden Zahlen vor: Blasen die Eins weit von sich weg, sehen Sie sie in den Tiefen des Alls verschwinden. Das machen Sie langsam (und tief) bis zur Zehn.
  • Wenn Ihr Stress eine Art geistiges Verrennen ist - beispielsweise ein Streit -, wechseln Sie nach Möglichkeit den Ort. Wenn Sie bleiben, wo Sie sind, vergraben Sie sich nur noch tiefer.
  • Schließen Sie langsam die Augen und öffnen Sie sie wieder - stellen Sie sich aber dabei vor, wie schwer es Ihnen fällt. Machen Sie dies dreimal hintereinander mit steigender Intensität: Jedes Mal wird es schwerer, die Augen zu öffnen. Diese Übung funktioniert ganz hervorragend daheim im Bett.
  • Konzentrieren Sie sich auf Ihr Herz - wenn Sie wirklich richtig im Stress sind, wird es leicht und etwas ängstlich und flatterhaft schlagen - über eine langsame Ausatmung können Sie das Herz beruhigen. Während des Einatems gibt es wieder Gas, aber das ist in Ordnung - Sie müssen die Übung nur öfter machen ...
  • Wenn Sie mehr Energie brauchen, gehen Sie auf die Toilette und schlagen Sie sich wie ein Affe kräftig auf die Brust - das regt die Thymusdrüse an (Immunsystem) und hebt durch die Bewegung Ihren Energielevel. Zuschauen sollte allerdings niemand.

 

 

Audio-Visuelle Stimulation | Atem| Biofeedback | Entspannung | Gehirnfrequenzen | Konzentration | Kreativität | Lernen | Stress